Erkenne deine Projektionen

Im Psychologischen verstehen wir unter einer Projektion einen Abwehrmechanismus, der die eigenen, unerträglichen Gefühle und Phantasien einem anderen Menschen zuschreibt und sie dort stellvertretend bekämpft.


Wenn wir projizieren, übertragen wir unsere eigenen Ängste oder Sorgen auf andere Menschen. Wie findest Du heraus, ob Du gerade etwas auf jemand projizierst?

Wer sich den Projektionsmechanismus nicht klarmacht, kann sich hemmungslos über andere aufregen. Über die ganzen Idioten da draußen, die Menschen, die immer egoistischer oder unzuverlässiger werden oder über die korrupten Politiker. Oder man lästert und zieht über andere her, dass es nur so kracht.


Das ändert sich, sobald man versteht, dass wir alle projizieren. Dann wird vieles zwar komplizierter, weil man nicht mehr so gedankenlos über andere urteilen kann, weil man sich ja immer fragen muss: „Ist das jetzt gerade meine Projektion?“ Das heißt, man kann es sich nicht mehr so einfach machen wie vorher. Die vielleicht vorher schwarz-weiße Welt bekommt dann mehr Graustufen.


Und dann wird man als Mensch ein Stück reifer, differenzierter und erwachsener. Und indem man sich immer öfter fragt: „Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“, gewinnt man ein großes Stück Einfluss auf die eigenen Gefühle und dadurch auch Handlungsfähigkeit zurück. Denn was direkt etwas mit mir und meiner Gedanken- und Gefühlswelt zu tun hat, kann ich einfacher beeinflussen und ändern als zum Beispiel das Verhalten anderer Menschen.


Mache Dich auf die Suche nach Deinen Projektionen. Stelle Dir öfter mal die Fragen:

„Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“

„Werfe ich dem anderen gerade vor, was ich selbst in mir trage oder sogar lebe?“

„Oder werfe ich dem anderen etwas vor, was ich mir selbst nicht erlaube oder habe?“


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