An welcher Stelle verabsolutiere ich?


Wir Menschen neigen durchaus immer wieder zum Verabsolutieren. Relativieren hat da oft keinen Platz, es ist jedoch gut, das Relativieren zu lernen.

Wie erkennen wir, dass wir an einer Stelle verabsolutieren? Oft ist zu erkennen, dass wir Menschen an einer Norm festhalten. Zum Beispiel hat ein Freund von mir eine dreimonatige Weiterbildung zum Projektleiter absolviert. Jetzt sucht er eine neue Arbeitsstelle und er sagt sich: „Nach meiner dreimonatigen Projektleiter-Ausbildung muss ich ein gefragter Experte auf meinem Gebiet sein.“ Die Realität sieht derzeit jedoch etwas anders aus. Die Unternehmen wünschen sich meist Projektleiter mit mehr Erfahrung und mein Freund muss erkennen, dass er zurzeit noch kein gefragter Experte ist. Um ins Relativieren zu kommen muss er die Realität erkennen.

Die emotionale Realität zeigt sich oft durch Enttäuschung und durch Schmerz. Entscheidend aber ist es, ob ich die Enttäuschung spüren kann und vielleicht sogar den Schmerz dahinter? Oder lenke ich mich mit dem Verstand davon ab? Dann komme ich jedoch an dieser Stelle nicht weiter und bleibe davor stehen. Besser ist es, dass ich den Schmerz zulasse und spüre. Ich löse dadurch die Phantasieblase auf, die ich überkompensatorisch aufgebaut habe, um einem Mangel zu entgehen. Zum Beispiel: „Ich bin nur etwas wert, wenn ich wieder einen interessanten Arbeitsplatz als Projektleiter finde.“


Im Verabsolutieren bin ich in einer Phantasieblase. Ich stelle eine Norm auf. Im Beispiel meines Freundes könnte die Norm folgendermaßen lauten: „Nach drei Monaten Weiterbildung bin ich ein sehr guter Projektleiter, der viel verdient.“ Das ist eine Phantasieblase. Sie ist überkompensatorisch. Sie ist wie ein Ballon, in den über kurz oder lang rein gestochen wird. Wenn der Ballon platzt, tritt Enttäuschung und Leere zu Tage.


Wenn die Leere zum Beispiel anhand von Ängsten eintritt, dann gibt es zwei weitere Wege:

1.Weg: Eine neue Blase wird aufgebaut. Die alte Vorstellung lässt man nicht los, hält sie aufrecht und baut eine neue ähnliche Blase auf.


2.Weg: Ich spüre die Leere und baue eine realistischere Vorstellung auf. Damit komme ich wieder in meine Energie, in eine echte Energie.


Mit der Überkompensation bauen wir auch eine Energie auf, aber sie ist illusionär und nicht der Realität entsprechend. Wo im Leben bist Du überkompensatorisch unterwegs und in welchem Bereich tut es Dir gut, die Realität mehr zu akzeptieren?

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